Francois Montand – Ready to Drink ‚Spritz‘

Francois Montand fertig gemixter Spritz auf Schaumweinbasis
Ready to drink – oder abgekürzt ‚RTD‘: eine neue Produktkategorie erobert die Märkte

RTD? Hinter diesem Kürzel verbergen sich fertig gemixte Getränke, sogenannte ‚Ready-to-drink‘. Kühlen, ab ins Glas, evt. noch dekorieren – und fertig ist der standardisierte Konsum.
Die Flasche, die Banderole, der Sektkorken mögen hier beim ‚Francois Montand Spritz‘ suggerieren ‚Ah, ein Sekt aus Frankreich!‘ 
Doch Stopp! Hier greift das Weingesetz hart durch: Sekt, Crémant, Champagner, Cava, Prosecco etc. haben ihre jeweiligen Regularien, die bestimmte Methoden der Herstellung erlauben, andere Herstellungsverfahren hingegen nicht akzeptieren.
Normalerweise wird nach der Versektung die überschüssige Hefe via Überdruck aus der Flasche ‚geschossen‘. Die fehlende Menge wird mittels Dosage bzw. ‚Liqueur de Dosage‘ wieder aufgefüllt. Bei dieser ‚Dosage‘ handelt es sich um Wein unterschiedlicher Süße (erzielt durch Zucker oder Mostkonzentrat) um bspw. einen Sekt ‚Brut‘ oder ‚Extra Dry‘ einzustellen. Im Grunde genommen wird diese Methode seit Jahrhunderten angewendet. Ob es bereits der berühmte Mönch Dom Perignon im Jahre 1540 war, oder es aber de facto noch einige Jahrzehnte gedauert hat. Fakt ist: die Methode der Versektung ist historisch, traditionell und wird daher wie ein Kulturgut gepflegt.
Verwendet man im Laufe des Herstellungsprozesses etwas anderes als Wein, ist man raus dem Geschäft mit Sekt & Co. Wir dürfen dann nur noch von einem ‚aromatisierten (Misch-) Getränk auf Weinbasis‘ sprechen. Auch wenn zuvor eine seriöse Versektung in der Flasche erfolgt ist.
Und beim ‚Francois Montand Spritz‘ besteht die Dosage nun mahl nicht aus Wein, sondern aus Orangenbitterlikör aus Südfrankreich. Das macht dieses Getränk wunderbar originell, lecker und sicher & schnell in der Handhabung. Wäre Dom Perignon 1540, oder aber einer seiner Nachfolger auf eine derartige Idee gekommen, hätte die Geschichte von Champagner, Crémant Sekt & Co. möglicherweise anders geschrieben werden müssen…

Was wäre denn eine gute und kundenfreundliche Bezeichnung?

Aktuell müssen wir uns mit dem Oberbegriff ‚Ready to drink‘ behelfen – bzw. dem sperrigen Begriff ‚Mischgetränk auf Weinbasis‘. Wichtig: ready to drink ist keine geschützte oder eng umrissene Bezeichnung. Hier ist sowohl der fertige ‚Spritz‘ inbegriffen, wie auch das Dosengetränk an der Tanke, gemischt aus X & Y. Hersteller und Produzenten stehen somit vor der großen Herausforderung, ihr Produkt in Qualität, Ausstattung und Kommunikation so zu gestalten, dass die Botschaft ankommt. Beim ‚Francois Montand‘ ist es bspw. die traditionelle Sektflasche, der Verschluss und die Banderole ein eindeutiger Hinweis darauf: liebe Leute, hier habt ihr ein Getränk, welches euch Schaumwein- oder Sekterlebnis vermittelt. Idealzustand wäre natürlich wenn man in naher oder mittelferner Zukunft schlicht weg nur ‚Einen Montand, bitte!‘ bestellt – und Jedermann wüsste Bescheid. Aber auch hier gibt es so ein paar Tücken: wenn Sie heute einen ‚Aperol‘ bestellen – wissen Sie dann immer ob der Aperol nur mit Prosecco gemischt wurde (wie es sich im Veneto gehört), oder ist dort irgendein Perlwein zugefügt, mit und ohne Anteil Wein, mit und ohne Anteil Mineralwasser oder Tonic? Im Grunde genommen ist da der “Francois Montand Spritz‘ fast schon das ehrlichere Produkt, weil standardisiert und sicher in der Anwendung.

Wie schmeckt der ‚Spritz‘ Francois Montand?

Vorweg: ich gehöre zu der Altersklasse, die nicht mit ‚ready to drink‘ Produkten groß geworden ist. Sei es Biermischgetränke, Alcopops etc. – ich habe damit stets gefremdelt. Ähnlich wie im Lebensmittelbereich die Kategorie ‚Convenience‘ (TK-Pizza etc.) gekommen ist, um zu bleiben, so wird sich auch der Getränkebereich diesem Trend nicht verschliessen können. Nicht zuletzt, dass die berühmte Champagner Marke Moet mit dem Moet & Chandon Imperial ICE einen Champus quasi zum Abschuss frei gegeben hat, signalisiert: hier ist ein Markt vorhanden. Zur Einordnung: der ICE ist offiziell ein Champagner aus Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay, angesiedelt in der Kategorie um die € 45/ Flasche. Er verfügt über eine gewaltige Restsüße von 45g/ Liter, ist also ‚demi-sec‘. Es wird ausdrücklich empfohlen diesen Champagner auf Eis zu servieren plus Früchte nach Lust & Laune zu ergänzen. Und das bei einem Champagner! Brutal, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Der Erfolg hingegen zeigt eindeutig: die Konsumenten sind bereit für neue sensorische Erfahrungen, sie möchten nicht nur ‚Tradition‘ sondern auch etablierte Pfade verlassen.

Das erwartet Sie:

Ein blitzsauberes Schaumweinerlebnis! Normalerweise erwarte ich bei Mischgetränken eine komische Mischung aus Süße und grober Kohlensäure. Doch hier die Überraschung: die Basis ist ein blitzsauberer Sekt auf Chardonnay-Basis mit Struktur, Reinheit, toller Säure und feiner Perlage. Da war ich erst einmal sprachlos. Geschmacklich kommt die Note der Bitterorange, wobei hier wirklich Bitterorange gemeint ist: das ist nicht aufdringlich süß oder künstlich, sondern wunderbar herb. Mitschwingend im Aroma eine ätherische Note von Rosmarin, welche mich gedanklich sofort in die Provençe zieht. Das gibt sehr viel Frische und ein gutes Mundgefühl. Da der ‚Spritz‘ offiziell nicht in die Kategorie Crémant oder Sekt fällt, ist auch keine Angabe der Restsüße wie ‚Brut‘, ‚Extra Dry‘ oder ‚Sec‘ notwendig. Ergänzend gilt eine Nährwerttabelle auf dem Etikett erst ab dem Jahrgang 2024. Somit muss ich sensorisch versuchen eine Einordnung vorzunehmen: das Getränk ist nicht furztrocken, es ist eine angenehme Süße schmeckbar. Da klebt oder pappt aber nix am Gaumen, im Gegenteil, die Perlage, die Säure, die zarten Bitterstoffe der Orange und des Rosmarin verleihen eine wunderbare herbe Note. Sensorisch bin ich meilenweit von der Süße eines Aperol entfernt – und das begeistert mich. Und wirklich einzigartig ist diese dezente Note von Rosmarin (je nach Urlaubserinnerung haben Konsumenten auch ‚Lavendel‘ geäussert): diese sorgt für eine ‚befriedigende Wirkung‘ im Hirn. Sprich: man geniesst, ist erfüllt und trinkt das Zeug nicht wie Wasser! Das ist wirklich gut, rund und überzeugt mich sehr. Mich, der ich immer Skepsis gegenüber ‚Misch-Getränken‘ bzw. RTD geäussert habe …

Francois Montand ‚Spritz‘

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