Ist in Spanien alles ‚Cava‘?

Nicht alles was prickelt & blubbert und aus Spanien kommt, ist automatisch ‚Cava‘. Übrigens genauso wenig, wie alles was blubbert & prickelt und aus Italien kommt, ‚Prosecco‘ ist. Umgangssprachlich hat es sich aber de facto so eingebürgert wie ‚Tempo‘ oder ‚Uhu’…
‚Cava‘ als ‚Denominación de Origen Cava‘ (s. ‚Plakette‘) muss in festgelegten Anbaugebieten produziert werden, wobei über 90% der Produktion in Katalonien stattfindet. Ganz entscheidend ist jedoch: es muss eine zweite Gärung in der Flasche erfolgen. Erfolgt diese Gärung hingegen im Drucktank, der sog. ‚Methode charmat‘, ist eine Bezeichnung als Cava verwehrt. Es ist dann schlichtweg ein ‚Vino espumoso‘ oder ‚Sparkling Wine‘. Der ‚Avent‘ von Hammeken ist so ein ‚Nicht-Cava‘, der nur im Drucktank seine Kohlesäuregärung durchläuft. Ist das gut oder schlecht?
Zur Einordnung: auch der italienische Prosecco ist in der ganz überwiegenden Zahl ein Produkt aus dem Drucktank (Methode charmat). Die Gärung verläuft hier deutlich kürzer, eher um die 3-4 Monate als wie bspw. bei der Versektung in der Flasche mind. 9 Monate. Das Verfahren fördert deutlich fruchtigere Noten, sensorisch sind weniger Hefetöne vorhanden.
Besser oder schlechter? Anders! Gleich ist jedoch die Verwendung der Süßeangaben wie bspw. Brut oder Extra Dry. Da der ‚Avent‘ ein Blend aus den Sorten Viura und Moscatel ist, sage ich: hier ist die Charmat-Methode klar im Vorteil, da so die floralen Noten des Moscatel perfekt interpretiert werden.
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