Man lernt nie aus: Terret Blanc, eine seltene Sorte aus dem Languedoc

Es gibt so Weine oder Rebsorten, die eventuell lokal eine gewisse Rolle spielen, aber auf der ‚Weltbühne‘ keinerlei Relevanz haben. ‚Terret Blanc‘ ist so eine Rebsorte, die im französischen Languedoc angebaut wird. Man schätzt, dass es keine 1000 Hektar mehr sind, die mit dieser Rebsorte bestockt sind. Die Rebsorte wurde früher aufgrund ihrer Säure gefürchtet und sie landete häufig in der Vermouth-Produktion. Oder anders: man hat sich eigentlich nie adäquat um die Sorte gekümmert. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Côtes de Thau IGP (benannt nach dem Étang de Thau) reinsortig ein Terret ist, sensorisch könnte da auch etwas Chardonnay oder Viognier mit am Start sein. Andererseits: da ich die Rebsorte bisher nicht kannte, könnte es natürlich auch sein, das Terret wirklich ‚underrated‘ ist. Denn: der Wein hat mich massiv überrascht. Leichte Grapefruitschale, etwas Pfirsich, geschnittener Apfel. Frisch geöffnet leicht störende Bitterstoffe, die aber im Glas sofort verschwinden. Blitzsauber, trocken aber niemals spröde, feiner Bitterstoff, der den Speichelfluss anregt. Kein großer Charakterbolzen, aber das erwarte ich auch nicht. Sauber, lecker, bezahlbar – ich bin massiv überrascht!
Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, ich säße an der Lagune Étang de Thau‘, beispielsweise in Sète, hätte mächtig Seafood auf dem Teller. Links der Blick auf’s Mittelmeer, rechts der Blick auf die Ausläufer der Hügel der Cévennen, das wäre schon fein…
(Dieser Weisswein ist nur stationär bei uns im Ladengeschäft erhältlich)