‚Geistinger Klosterberg‘ – wie immer: ein Jahrhundertjahrgang ;-)

Die Katze ist im Sack. Oder besser: die Trauben sind im Eimer. Korrekt natürlich: der Most ist im Kanister.
Pünktlich zum Herbstbeginn habe ich am 23.09.2026 den ‚Geistinger Klosterberg‘ gelesen. Ein verrücktes Jahr. Kein Frost (sehr gut!), aber nahezu auch kein Regen. Hitze, Hitze, Hitze. Ich habe daher in diesem Jahr zwischen den Rebzeilen nur einmal gemäht um durch hohen Bewuchs die Temperatur am Boden und die Verdunstung zu mildern. Gespritzt habe ich nur einmal mit Magnesium-Chlorid als die Blätter zeigten ‚jetzt wird es langsam eng mit dem Trockenstress‘ (Hinweis: die sog. ‚Chlorose‘ als Mangelerscheinung ist ein bekanntes Problem bei manchen pilzwiderstandsfähigen Rebsorten bzw. deren Unterlagsreben).

Bis weit in den Juli hinein war der Fruchtbehang geradezu mickrig. Die Reben wirkten teilweise komplett  von der Rolle und bildeten teilweise eine 2. Blüte und Gescheine. Der September hat dann etwas Linderung gebracht, zumindest die extrem hohen Nachttemperaturen waren vorbei.
Die Frucht eher kleinbeerig und kompakt (was das Abbeeren echt mühsam gemacht hat). Oechsele habe ich nicht gemessen: ich mache nur den sensorischen Test auf Säure, Zucker und ob Schale/ Kerne nicht mehr bitter oder adstringierend sind. ‚Sensorisch‘ tippe ich aber durchgängig über 80°, eher Richtung 85°. Savilon vermutlich unter 80°, aber das leicht Unreife passt im Mix.
Nahezu kein Wespenfraß, was aber wohl daran liegt, dass permanent eine Vespa Velutina (Asiatische Hornisse) ‚Patrouille‘ fliegt. Vespa Velutina ist seit 2025 komplett heimisch in unseren Gefilden. Als räuberisches Insekt ein massives Problem für die heimische Imkerei. Bisher sehe ich stets einzelne Insekten, die auch nicht sonderlich aggressiv sind (da sicherlich weit weg vom Nest). Sobald ich im Wingert bin, kommt eine Vespa Velutina auf Patrouille. Spekuliert sie evt. darauf, dass ich eine Vespa vulgaris aufscheuche und sie diese dann im Flug erlegen kann?

Gelesen sind die PiWi-Sorten Savilon, Sauvignac, VB-32-7 und etwas Riesel. Sauvignac schon echt eine tolle Sorte. VB-32-7 erinnert entfernt an Muskateller. Savilon eher grüne Töne, erinnert an unreifen Cabernet. Aber gerade diese grünen und grasigen Töne braucht es, da in diesem heissen Jahr definitiv eines gravierend fehlt: Säure. Und das im Rheinland! Riesel scheint mir so ein ‚Säureopfer‘ zu sein: gezüchtet von Valentin Blatter für nördliche Anbauzonen, konnte der Züchter 1989 wahrscheinlich nicht im Geringsten antizipieren, wie das Klima im Jahre 2026 in der Kölner Bucht sein wird…

 

Ich habe von Hand abgebeert, dabei selektiert und und mit einer Saftpresse gearbeitet. Grob 3-fach mit einem Sieb gefiltert. Den Trester habe ich auch 3-fach gepresst. Etwas mehr Saftausbeute, mir ging es aber auch um Bitterstoffe. Denn: Säure = Mangelware.
Traditionell mache ich eh‘ keinen richtigen Wein daraus sondern ‚Neuen Wein‘ (Federweisser). Mal schauen, wie sich die Gärung so entwickelt – ich lasse das in der Regel kontrolliert bei kühleren Temperaturen laufen.

Ach ja: für Tiere & Insekten habe ich noch etwas hängen lassen. ‚Mr‘ moss och jönne könne!‘ wie der Rheinländer sagt… [/vc_column_text]

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