‘Pop-up’ Franken: mehr als nur Bocksbeutel

Vor einigen Wochen hatte ich das große Glück, von 13 verschiedenen WinzerInnen aus Franken je 2 Silvaner zu probieren. Das Schöne an der Geschichte: die Weine wurden ‘blind’ probiert, berühmte Namen hatten somit keine Chance auf Vorschuss-Lorbeeren. Und in der Tat: unter meinen “Top 3” waren allesamt Betriebe, die ich a) noch gar nicht kannte und die b) von der jungen Generation geführt werden. Die Stilistik hat mich begeistert, alle drei komplett unterschiedlich. Bio und auch konventionelle Betriebe. Jungs und Mädels. Eigentlich finde ich es viel zu schade, dass wir hier im Rheinland das Anbaugebiet Franken so mehr oder weniger überhaupt nicht auf dem Schirm haben. Und wenn, dann geistert immer noch das Klischee ‘Franken, das Silvaner im Bocksbeutel’ hartnäckig umher.

Nah – und doch so fern

Warum ist das so? An der Distanz kann es nicht liegen – an den Main ist es von Köln/ Bonn aus auch nicht weiter als bis in die Pfalz. Sicherlich ist die Größe des Anbaugebietes und damit die Verfügbarkeit von Weinen ein Hinweis auf den Bekanntheitsgrad. De facto verfügt Franken gerade einmal über 1/4 der Anbaufläche wie bspw. die Pfalz und ist mit 6400 Hektar Anbaufläche um knapp 2000 Hektar kleiner als das Anbaugebiet Mosel.

Junge fränkische WinzerInnen prägen eine neue Stilistik

Unter meinen ‘Topp 3’ waren interessanterweise Betriebe, die eher klein und / oder neu sind. Lukas Schmidt aus Bullenheim, ca. 15 km südlich von Iphofen. Zuvor im ‘Meier Schmidt Projekt’ unterwegs, seit Anfang diesen Jahres ‘solo’ auf der Flasche. Die Gebrüder Six hingegen ganz im Norden des Anbaugebietes Franken, mit Bad Kissingen als nächst größerem Ort. Nur 3 Hektar in der Bewirtschaftung und daher nur geringe Mengen verfügbar. Noch etwas exotischer der ‘Laudensbach’ als Projekt zweier Brüder, die sich aber komplett im Hintergrund halten. Volle Verantwortung in Weinberg und -keller hat hier die junge Steffi Fröhlich. Bio, Maischegärung – möglicherweise nicht Jedermanns Sache – aber ein absolutes Juwel in der Weinszene. Der ‘etwas andere’ Bioland-Betrieb in Frickenhausen ist übrigens der Einzige der drei, der direkt am Main liegt.

Zu klein? Zu neu für die große Weinwelt?

Alle diese jungen WinzerInnen sind viel zu klein (z.T. nur 3 Hektar) um an einer großen internationalen Wein-Messe wie der ‘ProWein’ in Düsseldorf teilzunehmen, die zudem nur für’s ‘Fachpublikum’ zugänglich ist. Meine Idee ist daher, kurz vor und nach der Prowein hier ein kleines ‘pop-up’ Tasting zu machen. Kein großer Schnickschnack, einfach mal ungezwungen an den jeweiligen Tage jeweils 2 Weine dieser drei Betriebe probieren.

Pop-up Termine:

Samstag, 14. Mai von 11-15 Uhr

Samstag, 21. Mai von 11-15 Uhr

(solange Vorrat reicht)

Keine Anmeldung, keine Kosten, locker und ungezwungen.

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