14 % – na und?
Ich erinnere mich noch genau an das ‚Horror-Jahr‘ 2003: ein Jahrhundert-Sommer (damals ahnte man noch nicht, dass dies nur der Anfang etlicher heisser/ zu heisser Sommer werden sollte) lies die Oechsle-Grade (Zuckergehalt der Weinbeere) in ungeahnte Höhen schnellen. In Deutschland hatte quasi jede drittklassige Futtermais-Lage vom Weinprädikat her ‚Auslese‘-Status. Die Verbände feierten dieses Novum zunächst – um dann aber recht schnell ernüchternd in den Sessel zu sinken. Viele Weine des Jahrgangs 2003 hatten ausser Alkohol nicht viel zu bieten. Grund: die Pflanze gerät in Trockenstress, fährt einen ‚Not-Kreislauf‘. Hierbei wird nur noch Zucker für den eigenen Stoffwechsel produziert, Vitamine, Gerbstoffe etc. verbleiben in einem unterentwickelten Zustand. Uns in Deutschland hat dieses ‚heisse‘ Phänomen sprichwörtlich kalt erwischt…
Unsere Nachbarn in Südeuropa waren derartige Situationen bereits ansatzweise gewöhnt. Im Piemont setzten so Ende der 1980er Jahre die ersten Witterungsverläufe ein, die von den viel zu nassen und kalten Jahrgängen der 1960er/ 1970er Jahre in eine neue Ära überging. So präsentierten sich Barolo und Barbaresco plötzlich ungleich voller, runder, charmanter. 1997 war dann der erste richtig warme Jahrgang, der auch die Alkoholprozente in der Region nach oben katapultierte. Die ersten Weine mit 14% vol. Alkohol standen in den Regalen, eine Dimension die man sonst fast nur vom Amarone gewohnt war. Nicht wenige runzelten auch berechtigt die Stirn, weil hier doch ein Verlust an Finesse und Eleganz nicht zu verleugnen war.
Knapp ein viertel Jahrhundert später müssen wir konstatieren: die 14 ist gekommen um zu bleiben! Eine große Zahl Barolo und Barbaresco der letzten Dekade pendeln um die 14% Volumen. Der große Unterschied – und hier schlage ich dann auch wieder die Brücke zum deutschen Weinbau: wir haben in Weinberg und Weinkeller das Management angepasst. Weinbergsbegrünung, andere Schnitt- und Reberziehungstechniken, Lesezeitpunkt, schnelle Verarbeitung und Verabeitung unter thermokontrollierten Bedingungen usw. usw. Wenn ich mir heute den ‚Essenze‘ als Barolo des Jahrgangs 2013 anschaue: toller Wein, vollkommen zu Recht die 3 Gläser im Gambero Rosso. 2016 – der Barolo von Prunotto ein Traum aus Frucht und Eleganz, der nach ca. 1h Belüftung ganz tief in die ätherisch-würzige Nebbiolokiste packt. Barbaresco 2018: ein eher kühler Winter und eine verspätete Blüte deuteten zunächst auf einen ’normalen‘ Jahrgang hin. Aber auch hier: in den letzten Wochen vor der Lese zündete eine heisse Schönwetter-Periode den Turbo. Somit steht auch hier wieder die ’14‘ fast schon wieder obligatorisch eingemeisselt auf dem Etikett.
Grund zur Sorge? War ich anfangs noch skeptisch und hätte nie geglaubt, dass fein-subtile Weine wie Barolo und Barbaresco mit diesen Alkoholgraden eine Zukunft haben könnten, so bin ich jetzt nahezu begeistert! Nein, die Weine sind weder likörig, noch brandig noch sprittig. Nein, es sind keine ‚Amarone des Piemontes‘. Nein, sie sind auch keine süßen Schmeichler. Vielmehr sind sie etwas muskulöser geworden. Aber immer noch von dieser würzigen Strenge, dieser nicht zu kopierenden Textur am Gaumen begleitet. Das macht Spass, das ist zugänglich und anspruchsvoll zugleich. Mehr noch: es ist die große Chance neue Weinliebhaber für diese einzigartige Sorte Nebbiolo und die unverwechselbaren Weine Barolo & Barbaresco zu gewinnen und zu begeistern!
Knapp ein viertel Jahrhundert später müssen wir konstatieren: die 14 ist gekommen um zu bleiben! Eine große Zahl Barolo und Barbaresco der letzten Dekade pendeln um die 14% Volumen. Der große Unterschied – und hier schlage ich dann auch wieder die Brücke zum deutschen Weinbau: wir haben in Weinberg und Weinkeller das Management angepasst. Weinbergsbegrünung, andere Schnitt- und Reberziehungstechniken, Lesezeitpunkt, schnelle Verarbeitung und Verabeitung unter thermokontrollierten Bedingungen usw. usw. Wenn ich mir heute den ‚Essenze‘ als Barolo des Jahrgangs 2013 anschaue: toller Wein, vollkommen zu Recht die 3 Gläser im Gambero Rosso. 2016 – der Barolo von Prunotto ein Traum aus Frucht und Eleganz, der nach ca. 1h Belüftung ganz tief in die ätherisch-würzige Nebbiolokiste packt. Barbaresco 2018: ein eher kühler Winter und eine verspätete Blüte deuteten zunächst auf einen ’normalen‘ Jahrgang hin. Aber auch hier: in den letzten Wochen vor der Lese zündete eine heisse Schönwetter-Periode den Turbo. Somit steht auch hier wieder die ’14‘ fast schon wieder obligatorisch eingemeisselt auf dem Etikett.
Grund zur Sorge? War ich anfangs noch skeptisch und hätte nie geglaubt, dass fein-subtile Weine wie Barolo und Barbaresco mit diesen Alkoholgraden eine Zukunft haben könnten, so bin ich jetzt nahezu begeistert! Nein, die Weine sind weder likörig, noch brandig noch sprittig. Nein, es sind keine ‚Amarone des Piemontes‘. Nein, sie sind auch keine süßen Schmeichler. Vielmehr sind sie etwas muskulöser geworden. Aber immer noch von dieser würzigen Strenge, dieser nicht zu kopierenden Textur am Gaumen begleitet. Das macht Spass, das ist zugänglich und anspruchsvoll zugleich. Mehr noch: es ist die große Chance neue Weinliebhaber für diese einzigartige Sorte Nebbiolo und die unverwechselbaren Weine Barolo & Barbaresco zu gewinnen und zu begeistern!
(Hinweis: die abgebildeten Weine sind bei uns im stationären Ladenhandel verfügbar!)



