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SAND STONE Castelão Shiraz 2021 – Casa Ermelinda

8,50 

Enthält 19% MwSt.
(11,33  / 1 L)Alk. 14 % vol
zzgl. Versand
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78 vorrätig (kann nachbestellt werden)

Jugendschutz: Abgabe ab 18 Jahre. Produkt enthält Schwefel – Erzeuger: Casa Ermelinda Freitas Vinhos SA | Rua Manuel João Freitas | Fernando Pó, 2965-595, Portugal

Auf Sand gebaut: Castelão Shiraz von der Westküste Portugals

Castelão – autochthone Rebsorte, die den Sand liebt:

Diese ur-portugiesische Rebsorte wird erstmal im 16. Jahrhundert erwähnt. Sie ist auch u.a. unter dem wenig schmeichelhaften Synonym ‘Bastardo Espanhol’ oder ‘Castelana’ bekannt. Ist ihre Herkunft somit spanisch? Nichts genaues weiss man nicht, jedoch findet diese in Portugal recht populäre Reborte auf den sandigen Bäden im Osten der Halbinsel Setúbal ihre besten Vorraussetzungen. Interessanterweise mag die Rebsorte ton- und kalkhaltige Böden nicht so sehr wie andere Rebsorten. Kalk bzw. der damit einhergehende hohe ph-Wert macht die Wein eher dünn und von harter Säure geprägt. In den kargen Sandböden mit niedrigem ph-Wert hingegen fühlt sich der Rebstock pudelwohl und belohnt mit Struktur und Frucht. Ohne Zweifel profitiert die Rebsorte aber auch durch die Nähe zum altlantischen Ozean. Luftline sind es je nach Standort zwischen 10 und 30 Kilometer bis zum Atlantik mit seinen permanenten, kühlenden Winden.

Casa Ermelinda – ein Weingut startet durch.

Wer heute vor dem Weingut steht, glaubt nicht, dass es hier vor 100 Jahren recht gemütlich zuging. Die Familie Freitas gründete 1920 den landwirtschaftlichen Betrieb und verfügte Ende der 1920er Jahre über 60 Hektar. Bis 1992 erhöhte sich dieser Bestand nicht; es wurde lediglich Fasswein für den offenen Verkauf und Handel produziert. Leonor Freitas entschied sich erst im Jahre 1997 mit den ersten knapp 8.000 gefüllten Flaschen ‘Castelão’ einen ‘Testballon’ zu starten. Der Erfolg lies das Weingut in der Folge in ganz neue Dimensionen vorstoßen…

Aus 60 mach 550…

Die Nachfrage nach Flaschenwein stieg kontinuierlich. Es wurden neue Rebflächen angelegt, aus ehemals 60 Hektar sind nur 550 Hektar geworden. Zusätzlich steuern noch kleine private Vertragswinzer ihre Ernten bei. Noch immer ist der Castelão mit knapp 60% Rebbestand der Platzhirsch, jedoch ist das Rebspektrum durch heimische wie internationale Rebsorten auf 30 Sorten angewachsen. 80% sind rote Sorten, jedoch finden auch weisse Sorten wie Arinto, Moscatel, Chardonnay, Viognier, Gewürztraminer etc. den Standort gar nicht mal so verkehrt und liefern beächtliche Qualitäten. Auch heute noch ist dieses inzwischen gigantische Weingut fest in Familenhand: Leonor, die 1997 mit den ersten 8000 Flaschen die Rakete gezündet hat, ist immer noch ‘Chefin’. Tochter Joana hat in den letzten Jahren durch weise strategische Entscheidungen einen weiteren ‘Turbo’ gezündet und nachhaltig Fuss in wichtigen Exportmärkten gefasst.

Castelão – ein Hauch von Amarone?

Als ich den Wein im Herst 2022 erstmalig blind verkostet habe, war ich vollkommen überfordert. Nie zuvor hatte ich Castelão probiert und auch diese Stilistik war mir unbekannt. Ich kramte in meinen sensorischen Erinnerungs-Schubladen und und wäre auf einen Wein mit 4-5 Jahren Reife gekommen (de facto: 2021er!). Die dezenten Reifenoten, die Beerigkeit und die Extraktsüße ließen mich an Amarone oder zumindest Valpolicella Ripasso denken. Der Wein wirkt rund, saftig, geschmeidig und überhaupt nicht nach lediglich 3 Gramm Restzucker. Verfeinert wird dieser Wein für wenige Monate in gebrauchten Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche. Dies verleiht aber nur einen Tick Würze und mitnichten typische  Barrique-Noten. Ich empfand diesen Wein unfassbar harmonisch, dachte so in Kategorien wie ‘Reserva’ und Preisklasse um € 20 für Endverbraucher. Immer wieder schön, wie dann auch die (vermeintlichen) Profis auf der Nase landen können. Somit ist für mich dieser Wein ganz klar DIE Überraschung im Herbst/ Winter 2022 und eine ganz klare Empfehlung: best buy!

 


Enthält Sulfite – contains sulfits