
Teroldego – eine Rebsorte bzw. ein Wein, den ich viel zu selten in den Fokus rücke. Ich glaube mein erster Teroldego von de Vescovi Ulzbach war der Jahrgang 2006 – damals noch nicht ‚Bio‘.
Teroldego ist eine Rebsorte die fast ausschließlich im Trentino angebaut wird. Noch exakter könnte man den Anbau auf die Rebflächen von Mezzolombardo und Mezzocorona, das so genannte ‚Rotaliano‘ eingrenzen, wo u.a. die führenden Protagonisten Foradori, Rotrari, Dorigati, Endrizzi und eben de Vescovi Ulzbach ihre Betriebe haben.
Historisch – und dennoch recht unbekannt
Teroldego als Rebsorte gibt es mindestens seit dem 15. Jahrhundert. Möglicherweise gibt es eine ganz entfernte Verwandtschaft mt dem Syrah. Sie ist zudem ein Elternteil der weiter nördlich im Südtirol beheimateten Rebsorte Lagrein – welche aufgrund des Tourismus in Südtirol ungleich bekannter ist. Beide Rebsorten verfügen über eine tiefdunkle Farbe. Der Teroldego wird intensiv geprägt durch sein Terroir: das Schwemmland der Etsch mit üppiger Kieselstruktur. Hier strotzt es nur so vor mineralischem Input, so dass die Teroldego-Weine aus der Rotaliano-Zone stets eine knackige Frische aufweisen. Sehr elegant, würzig, geradlinig. Brombeer, Kirsche, hin-und-wieder leicht blumige Anklänge von Veilchen. Durch den alpinen Einfluss des direkt östlich gelegenen Paganella-Massiv mit dem 1500m hohen ‚Monte Fausior‘ ergibt sich ein perfektes Wechselspiel zwischen Wärme & Kälte. Das stabilisiert die Säure, sorgt für Frische und Eleganz. Wenn man mich persönlich vor die Wahl ‚Lagrein oder Teroldego‘ stellen würde: ich wäre stets ‚Team Teroldego‘!
Am meisten gefallen mir auch die Teroldego, die nur mit wenig Holzeinsatz vinifiziert wurden. Dies lässt der Rebsorte mehr Raum und garantiert für meinen Geschmack auch mehr Frische.
Am meisten gefallen mir auch die Teroldego, die nur mit wenig Holzeinsatz vinifiziert wurden. Dies lässt der Rebsorte mehr Raum und garantiert für meinen Geschmack auch mehr Frische.
Heute wieder ‚in‘ – die schützende Laubwand
Interessant: Teroldego wird häufig noch als ‚Pergola‘ angebaut. Der Rebstock wird auf einen hohen Stamm von etwa 1,8 bis 2,5 Metern erzogen. Dort verzweigen sich Fruchtruten über ein Gerüst aus Pfählen, Querträgern und Drähten; die Triebe breiten sich horizontal oder leicht geneigt aus und bilden ein grünes Dach. Die Trauben wachsen dabei unter dem Laubdach in einer gut durchlüfteten Gasse. Das reduziert die Gefahr von Sonnenbrand deutlich, die Temperatur und die Verdunstung in den Gassen reduziert sich.
Teroldego Rotaliano Classico DOC 2022 – de Vescovi Ulzbach (€13,90/ 750ml)